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Ausgezeichnet: Lothar Späth verleiht Gütesiegel 'TOP 100' an Technoform Kunststoffprofile GmbH

Im globalen Wettbewerb ist Innovationsfähigkeit für Unternehmen ein erfolgsentscheidender Faktor. Aber wie schafft man es, konsequent innovativ zu sein? Vorausschauend immer wieder neue, erfolgreiche Produkte zu entwickeln und an den Markt zu bringen?
Die Technoform Kunststoffprofile GmbH (TKP), Lohfelden bei Kassel, geht dabei seit einiger Zeit ihren eigenen Weg. Einen guten Weg, wie sie nun im Wettbewerb um die Top 100 der innovativsten Unternehmen im Mittelstand unter Beweis stellen konnte: Der Spezialist für die Entwicklung und Produktion anspruchsvoller thermoplastischer Spezialprofile überzeugte bei der 16. Auflage des Unternehmensvergleichs mit einem systematischen, gut durchdachten und erfolgreichen Innovationsmanagement. Lothar Späth, ehemaliger Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, zeichnete das Unternehmen am 04. Juli bei einem Festakt im Düsseldorfer Meilenwerk aus und überreichte das „TOP100“-Gütesiegel.

Die Kategorien

Als Mentor des Mittelstandprojekts würdigte Späth die Leistungen von Technoform in den fünf zentralen Kategorien „Innovative Prozesse und Organisation“, „Innovationsmarketing“, „Innovationserfolg“, „Innovationsklima“ und „Innovationsförderndes Top-Management“. Im letztgenannten Bereich schaffte das nordhessische Unternehmen sogar den Sprung in die Riege der besten zehn Teilnehmer.

Der Weg als Ziel: Innovationsmanagement bei TKP

Dass TKP heute dort steht, hat das Unternehmen einem Prozess zu verdanken, der in Ansätzen bereits vor Jahren begann. Denn innerhalb der Technoform Gruppe ist die 50-köpfige Kunststoffprofile GmbH schließlich für das Erschließen neuer Märkte verantwortlich. „In diesem Geschäft kann man nur erfolgreich sein, wenn man das Innovationspotential im Unternehmen erschließt und effizient nutzt“, so Patrick Mueller, Geschäftsführer bei TKP.
„Dennoch gelang es nicht immer, echte Innovationen aktiv an den Markt beziehungsweise in neue Märkte zu bringen.“ Mit Entwicklungen im Kundenauftrag hingegen, Verbesserungen und Modifizierungen erzielte man stets besonders gute Ergebnisse.
Innovationsmanagement beschränkte sich in jener Zeit auf den Bereich F&E, in dem Grundlagenforschung zu Werkstoffen und Verfahren sowie Kooperationen mit Hochschulen angesiedelt sind, und den Bereich Produktentwicklung, der eng an die Marktbetreuung / Kundenberatung gekoppelt ist. Darüber hinaus betrieb man zwar kontinuierliche Internet- und Literaturrecherche und sammelte relevante Informationen, systematisierte sie jedoch nicht ausreichend. „Eine Struktur, die absolut in Ordnung war, solange wir für unsere Kunden spezifische Neuerungen entwickeln wollten“, so Mueller weiter. „Für das Erschließen neuer Märkte und die Entwicklung neuer Produkte genügte das nicht“.

Dieser Erkenntnis folgten die Recherche nach einer geeigneten Form des Innovationsmanagements und das Sondieren unterschiedlichster Modelle. Fest stand, dass das Innovationsmanagement als integrierter Bestandteil der Unternehmensstruktur funktionieren sollte. Ideen sollten fortan systematisch erzeugt werden. „Wir wollen Ideen konsequent und kontinuierlich industriell produzieren – nicht nach dem Zufallsprinzip, sondern in einem klar definierten Prozess“, erläutert Mueller. „Und das müssen wir auch, damit die Unternehmensziele erreicht werden können.“

Aus der Zusammenarbeit mit einem auf Innovationsmanagement spezialisierten Beratungsunternehmen entstand zunächst die Idee, ein festes, interdisziplinäres Team zusammenzustellen, das für die Innovationsentwicklung verantwortlich ist. Künftiger Sitz des Teams: das Innovation Center – ein Raum, dessen inspirierende Ausstattung für die Initiierung kreativer Prozesse und nicht-linearen Denkens förderlich ist.

Für die Implementierung des Innovationsmanagements wurde mit Nicole Susewind eine Projektleiterin bestimmt, die als Mitarbeiterin der Marktbetreuung immer dicht am Kunden ist. Wie sie, betreiben die meisten Teamspieler Innovationsentwicklung neben dem Tagesgeschäft. „Diese Form haben wir bewusst gewählt, weil alle Teammitglieder dicht am Markt beziehungsweise an ihrem Aufgabengebiet bleiben müssen, ein abgehobenes Luftschloss nutzt uns nichts“, so Susewind. „Jeder Mitarbeiter wird seinen Aufgaben und den Anforderungen entsprechend freigestellt.“
Einzige Ausnahme ist Idea Managerin Carola Vollmer, deren Hauptaufgabe darin besteht, zu recherchieren, Kreativitätsworkshops zu organisieren, Aufgaben zu delegieren, zu koordinieren und dafür Sorge zu tragen, dass der einmal in Gang gesetzte Prozess am Laufen bleibt.

Kern des Innovationsmanagements ist die Prozessstruktur, in der alle Details der Ideenentwicklung zeitlich und thematisch geordnet festgelegt sind. Beispielsweise, wie oft in welchem Zeitabstand in welchen Medien recherchiert wird (Kenntnisstand). Oder welche Megatrends man weiter verfolgen will (zielorientierte Trendanalyse). Dabei geht es um die Entwicklung von Zielfragen, die man zu bestimmten Themen stellen kann, um konkrete Ideen, die man dazu entwickelt, um deren Bewertung und Überprüfung auf Machbarkeit. Das Ergebnis mündet letztlich in die zielorientierte Entwicklung einer Innovation. Der Prozess selbst wird permanent angepasst, verfeinert, verbessert: Er bleibt in Bewegung, damit das Innovationsmanagement gelebt werden kann.

Innovationsstrategien werden eindeutig definiert, im gesamten Unternehmen kommuniziert, in regelmäßigen Abständen überprüft und überarbeitet. „Dem Top-Management kommt dabei nicht nur die Aufgabe zu, das interne Innovationscenter mit Netzwerken und Kooperationspartnern zu verknüpfen“, so Mueller. „Wir bringen uns darüber hinaus aktiv in den Prozess ein, entwickeln ihn ab einem bestimmten Punkt weiter und legen die Innovationsziele fest.“ Im Übrigen sei auch über das Team hinaus jeder aufgefordert, einen Teil seiner Arbeit ausschließlich für das Entwickeln eigener Ideen zu nutzen. „So schaffen wir ein Innovationsklima, das alle infiziert.“ Mueller betont, dass dafür auch die kontinuierliche Fort- und Weiterbildung von Führungskräften und der Belegschaft eine wesentliche Voraussetzung ist.

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Preisverleihung Top 100, links: Hr. Mueller

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